Konzept & Organisation

Seit Juli 2010 betreuen wir unsere schwangeren Patientinnen am privatisierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg am Standort Gießen. Pro Jahr werden hier derzeit etwa 150 vorgeburtliche Eingriffe und medikamentöse Behandlungen durchgeführt. Unsere Patienten aus ganz Deutschland werden uns durch ihre niedergelassenen Ärzte zugewiesen oder kommen aus eigener Initiative an unser Zentrum – zunehmend auch aus dem Ausland.

Wenn die Diagnose einer schweren Erkrankung bei einem ungeborenen Kind gestellt wird, benötigen die betroffenen Eltern schnell einen kompetenten Ansprechpartner, nicht nur weil sich von jetzt auf gleich viele Fragen stellen. Fast immer ist auch aufgrund der gesundheitlichen Verfassung des eigentlichen Patienten, ihres Babys, Eile geboten. Die Terminvergabe zur ambulanten Vorstellung oder stationären Aufnahme erfolgt deshalb entsprechend kurzfristig.

Zuweisende Kollegen oder betroffene Schwangere können sich jederzeit per E-Mail oder telefonisch unter der Rufnummer +49 (175) 597-1213 an das DZFT wenden. Notfallmäßige Aufnahmen innerhalb und außerhalb der Dienstzeiten, am Wochenende und feiertags sind über den Kreißsaal grundsätzlich immer möglich (0641-9854-5125).

In der Zeit von Montag bis Freitag stellen sich unsere Patienten zunächst in der pränatalmedizinischen Ambulanz (0641-9854-5271) vor. Die Untersuchungen werden dort gemeinsam von Prof. Thomas Kohl (Leiter des DZFT) und Prof. Roland Axt-Fliedner (Leiter des Bereichs für Pränatalmedizin) sowie ihren Mitarbeitern durchgeführt.

Nach einem ausführlichen Fehlbildungsultraschall erfolgen eine umfassende Aufklärung der Schwangeren über die Erkrankung ihres Kindes und deren Prognose sowie eine Beratung über den nachgeburtlichen Verlauf und die regulären anschließenden Behandlungsmaßnahmen durch Kollegen anderer Fachbereiche. Sind die entsprechenden Voraussetzungen gegeben, stellen wir den Eltern im Anschluss daran die bei uns angebotenen Therapieoptionen vor.

Darüber hinaus erhalten sie Gelegenheit, sich von den mit uns zusammenarbeitenden Kinderärzten beraten zu lassen. Diese klären die werdenden Eltern über die mögliche weitere Vorgehensweise und das zu erwartende Befinden ihres Kindes auf.

Unser Ziel ist es, Ihnen als werdende Eltern eines erkrankten Kindes immer Beides vorzustellen: Die in Ihrem Fall übliche Vorgehensweise zur nachgeburtlichen Behandlung Ihres Kindes sowie die Optionen, die Ihr Kind bei einer noch vorgeburtlichen Therapie hat – und entsprechende Risiken für Komplikationen bei Mutter und Kind.

Selbstverständlich umfassen unsere weiterführenden Beratungen auch Untersuchungen gemäß dem Gendiagnostikgesetz, psychosoziale Beratung und möglicherweise die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs. Grundsätzlich bemühen wir uns, Ihnen eine möglichst lange Bedenkzeit zu ermöglichen.

Die Versorgung der fetalchirurgischen Patienten erfolgt in enger Kooperation mit der Universitätsfrauenklinik und ihren Mitarbeitern. Um Ihnen eine optimierte Versorgung garantieren zu können, basiert unsere Zusammenarbeit auf standardisierten Managementplänen.


Geburt und postnatale Versorgung der Kinder nach fetalchirurgischem Eingriff

Nach vorgeburtlicher Behandlung kann die nachgeburtliche Versorgung unserer kleinen Patienten direkt am UKGM weitergeführt werden, an einer der modernsten Universitätskinderkliniken Deutschlands. Macht die Erkrankung Ihres Kindes eine darüber hinaus reichende, speziellere Versorgung notwendig, steht eine große Anzahl weiterer Spezialisten (Kinderchirurgen, Neurochirurgen usw.) bereit.

Nach Ende Ihres stationären Aufenthaltes bei uns unterstützen wir Sie bei der Planung und Durchführung der notwendigen medizinischen Nachsorgeuntersuchungen.